Die Taufe II

Ich glaube, Gott ist neugierig auf den Lebensweg dieses Menschleins. Gott ist neugierig auf unser Leben. Das glaube ich, weil ich nicht glauben kann, dass Gott alles vorherbestimmt hat. Gott lässt seine Schöpfung laufen, es wimmelt von Leben, das miteinander verbunden ist. Bunt, chaotisch, an den wildesten Stellen. Und wir? Wir sind auch verbunden mit der Natur. Nur haben wir eine spezielle Gabe, das Denken, die Freiheit, unterschiedlich zu handeln. Teilweise haben wir noch Instinkte, aber wir können uns sehr gut anpassen. An den wildesten Orten dieses Planeten leben Menschen. Wir können trainieren. Sehr viele verschiedene Dinge. Gute und schlechte und vermischte Dinge. Gott hält uns nicht an Fäden. Wir können wählen. Wählen heisst, wir leben in Freiheit. Wählen heisst aber auch weglassen. Oder sich täuschen und erst im Nachhinein schlauer sein. Das tut weh. Eltern wünschen das keinem Kind. Ganz ohne geht es nicht. Die gute Seite der Freiheit ist unsere Kreativität. Jeder Mensch, der nur schon eine Wohnung einrichtet, oder Kleider auswählt, schafft Neues. Noch mehr alle Menschen, die kochen oder malen, oder basteln. – So bitten wir auch Gott, den Kindern bei den Entscheiden zu helfen. Das hören auf die leise Stimme des Guten kann man auch üben. – Und vor allem: Sie ist gewollt und sie kann Gott in Ewigkeit nicht mehr verloren gehen. Ihr Lebensweg muss nicht glatt und poliert sein. Lassen Sie sich nie erschrecken von Weltuntergangsgeschichten, Horoskopen oder Wahrsagern. Gott selber hat sich einen wuseligen, dynamischen, wilden Planeten gewünscht, auf dem wir unseren Teil beitragen können. Deshalb taufen wir Kinder auf den Namen des dreieinigen Gottes, segnen sie, und vertrauen sie ihm an.

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