Welche Rolle spielt diesbezüglich dein christlicher Glaube?

Über die Hoffnung auf ein ewiges Leben gebe ich dir bei der nächsten Frage eine Antwort. Trotz aller Hoffnung auf ein ewiges Leben, trotz des frühen Tods meines Vaters hat sich meine Umgebung, habe ich mich sehr oft damit beschäftigt, dem Tod auszuweichen. In meiner Welt haben sich sehr viele Leute darum gekümmert, ein möglichst gutes Leben zu haben. Vielleicht muss man schwere Verluste erlitten haben, einmal zerbrochen sein, damit man nicht mehr hofft, ein »gelungenes« Leben im Sinne eines makellosen Lebenslaufes zu haben. Das berührendste Beispiel für mich ist das Leben des Pfarrers Dietrich Bonhoeffer, der unter den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Er hat sinngemäß geschrieben: Unser Leben könne »ganz« sein, auch wenn es ein Fragment bleibe. Wenn man nur sehe, »wie es gemeint war«. Das finde ich sehr, sehr stark. Denn das kann auch für jemanden gelten, der an Krebs oder infolge eines Autounfalls stirbt.

Alle Fragen und Antworten aus einem Interview mit mir im Buch:
Sandy Taikyu Kuhn Shimu: „Im Angesicht des Todes – und jetzt?“, S. 148-158.
© 2012 Schirner Verlag, Darmstadt
Erhältlich im Buchhandel und im Webshop des Verlags.

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